Welche Rolle spielen Referenzen bei einer Bewerbung?

Welche Rolle spielen Referenzen bei einer Bewerbung und sollten Sie sie schon im Lebenslauf angeben?

Im Vorwege, möchten wir zunächst darauf aufmerksam machen, dass es in deutschsprachigen Ländern das Konzept des qualifizierten Arbeitszeugnisses gibt. Man könnte die Idee haben, dass dies einer Referenz entspricht. Es gibt jedoch wichtige Unterschiede und darum möchten wir uns in einem anderen Blogartikel kümmern. 

Austausch

Sie fragen sich, wie Sie mit Ihren beruflichen Referenzen umgehen sollten?

Sie haben im Laufe Ihrer beruflichen Tätigkeit mit vielen verschiedenen Menschen zusammengearbeitet und Ihre Kompetenz und Ihr Können unter Beweis gestellt. Sie hatten Vorgesetzte, Mentoren aber auch Kollegen oder sogar Kunden, die mit Ihnen zusammengearbeitet haben, die Sie von sich überzeugen konnten und die gerne bereit sind, von dieser Erfahrung zu berichten. 

Hier möchten wir präzisieren, was wir meinen: Wir sprechen von einer Person, die bei Bedarf von Ihrem zukünftigen Arbeitgeber kontaktiert werden kann und Fragen zu Ihnen und Ihrer Arbeit beantworten wird. 

Im Unterschied dazu ist es in bestimmten Branchen, z.B. in der wissenschaftlichen Welt aber auch in vielen anderen Ländern üblich Referenzschreiben einzuholen. 
Darüber schreiben wir nicht in diesem Artikel, sondern hier geht es um den direkten Austausch zweier Menschen, die sich über Sie und Ihre beruflichen Fähigkeiten unterhalten werden.

Mit Ihren Referenzen können Sie unter Umständen den entscheidenden Impuls geben und Ihrer Bewerbung den letzten Schliff verleihen.
Sie untermauern Ihre Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit.

Referenzen können Ihre Glaubwürdigkeit als Bewerber erheblich steigern. Positive Aussagen aus Ihrem früheren Umfeld von Arbeitgebern oder Kollegen können potenziellen Arbeitgebern eine unabhängige Bestätigung Ihrer Fähigkeiten und Erfahrungen bieten. 

Sie schaffen einen Hinweis auf Ihre Netzwerke und Verbindungen.

Gute Referenzen können auch als Beweis für ein starkes berufliches Netzwerk dienen. Sie zeigen, dass Sie in der Lage sind, wertvolle Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. 
Sie helfen Ihrem zukünftigen Arbeitgeber bei einer schnelleren Entscheidungsfindung.

Arbeitgeber, die schnell eine Entscheidung treffen müssen, können durch sofort verfügbare Referenzen Zeit sparen. Anstatt nach Kontaktinformationen zu fragen und auf Rückmeldungen zu warten, haben sie alle notwendigen Informationen bereits zur Hand. Dies kann den Einstellungsprozess beschleunigen und Ihnen einen Vorteil verschaffen.

Austausch

Referenzen zu haben ist also erstmal eine gute Idee, aber was müssen Sie dabei beachten?

1. Einholung der Zustimmung

Vorherige Absprache

Holen Sie immer die ausdrückliche Zustimmung Ihrer Referenzgeber ein, bevor Sie ihre Kontaktdaten weitergeben. Dies stellt sicher, dass Ihre Referenzen auf mögliche Anfragen vorbereitet sind und Ihre Erlaubnis haben.

Information über die Position

Informieren Sie Ihre Referenzgeber über die spezifische Stelle, auf die Sie sich bewerben, und was von Ihnen erwartet wird. Dies hilft Ihnen, relevante und zielgerichtete Auskünfte zu geben.

2. Relevanz und Aktualität

Relevante Referenzen auswählen

Wählen Sie Referenzgeber, die Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen in Bezug auf die angestrebte Position bestätigen können. Frühere Vorgesetzte, Kollegen oder Kunden, die Ihre Stärken in ähnlichen Rollen gesehen haben, sind oft die besten Referenzen.

Aktualität der Informationen

Stellen Sie sicher, dass die Kontaktdaten und die Berufsbezeichnungen Ihrer Referenzgeber aktuell sind. Veraltete oder ungenaue Informationen könnten potenzielle Arbeitgeber abschrecken.

Welche Fragen werden zur Sprache kommen

Machen Sie sich bewusst welche Fragen der potentielle neue Arbeitgeber dem Referenzgeber stellen könnte und suchen Sie möglichst passende Personen dafür aus.

Businessman with a phone

Mögliche Fragen könnten sein:

A. Allgemeines

  • Von wann bis wann war Mitarbeiter XY für Ihr Unternehmen tätig?
  • Bestand nach seinem Ausscheiden weiterhin Kontakt?
  • Erinnern Sie sich noch an die Hintergründe für seine/ihre Kündigung?
  • Was sind seine/ihre Schwächen? Was sind seine/ihre Stärken?
  • Wo hat er/sie Sie überrascht?
  • Wie sah es mit Fehlzeiten aus?
  • Können Sie über irgendwelche Besonderheiten von Herrn/Frau XY berichten?
  • Würden Sie ihn/sie erneut einstellen?
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B. Arbeitsweise

  • Wie geht er/sie mit Termindruck um?
  • Kommt er/sie mit Vorgaben zurecht oder braucht er Freiheiten, um gut zu arbeiten?
  • Wie schnitt er/sie im Vergleich zu Kollegen in ähnlichen Positionen ab?
  • An welchen Zielen wurde er/sie gemessen?
  • Welches Projekt hat er/sie gut umgesetzt?

C. Führungskompetenzen

  • Wie viele Mitarbeiter hat er/sie geführt?
  • Stellt er/sie sich vor sein Team oder hält er/sie sich lieber im Hintergrund?
  • Wie leitet er/sie Meetings: offen oder eher auf den Punkt?
  • Könnten Sie sich vorstellen unter Herrn/Frau XY zu arbeiten?

D. Soziale Kompetenzen

  • Wie geht Herr/Frau XY mit Kritik um?
  • Nach welchen Kriterien trifft er/sie Entscheidungen?
  • Was zeichnete sein/ihr Verhalten gegenüber Kollegen, Vorgesetzten und Geschäftspartnern aus?
  • Wie würden Sie sein/ihr Verhalten in Konfliktsituationen beschreiben?

Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, dass Sie im Bewerbungsgespräch keine Angaben gemacht haben, die Ihr Referenzgeber nicht bestätigen wird.

Wo bringen Sie am besten Ihre Referenzen unter?

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Im Anschreiben kann man bereits auf einen Referenzgeber hinweisen.
  • Am Ende des Lebenslaufes kann man einen oder mehrere Referenzgeber, mit ihrer Rolle und ihren Kontaktdaten auflisten.
  • Sie können eine separate Referenzliste erstellen.
  • Oder, Sie weisen nur darauf hin, dass bei Bedarf Referenzgeber zur Verfügung stehen würden.
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Und dann kommen wir auch schon zu den Nachteilen und Gefahren der Angabe einer Referenz. 

Datenschutz und Vertraulichkeit

Die Nennung von Referenzen im Lebenslauf kann Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Vertraulichkeit aufwerfen. Ihre Referenzgeber könnten unvorbereitet kontaktiert werden, was unangenehm sein kann und möglicherweise Ihre beruflichen Beziehungen belastet. Wenngleich, dieses weder den Gepflogenheiten noch den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Relevanz und Aktualität

Nicht alle Referenzen sind für jede Bewerbung relevant. Ein früherer Arbeitgeber, der Ihre Fähigkeiten in einem anderen Bereich bewertet hat, könnte für die angestrebte Position nicht relevant sein. Zudem können sich die Kontaktdaten ändern, was zu veralteten oder falschen Informationen führen könnte.

Missbrauch durch Arbeitgeber

In einigen Fällen könnten Arbeitgeber Referenzen missbrauchen, um zusätzliche Informationen über Sie zu erhalten, die über Ihre beruflichen Fähigkeiten hinausgehen, auch wenn dieses natürlich nicht der Fairness entspricht. Dies könnte zu einer ungerechtfertigten Beeinflussung des Einstellungsprozesses führen, basierend auf persönlichen Meinungen oder nicht relevanten Informationen.

Wenn Sie nur grundsätzlich auf die Möglichkeit hinweisen, Referenzgeber zu benennen, schließen Sie viele dieser Nachteile aus.

Rolle spielen

Einige abschließende Tipps möchten wir Ihnen noch mit auf den Weg geben

1. Einholung der Zustimmung

  • Vorherige Absprache: Holen Sie immer die ausdrückliche Zustimmung Ihrer Referenzen ein, bevor Sie ihre Kontaktdaten weitergeben. Dies stellt sicher, dass Ihre Referenzgeber auf mögliche Anfragen vorbereitet sind und Ihre Erlaubnis haben.
  • Information über die Position: Informieren Sie Ihre Referenzgeber über die spezifische Stelle, auf die Sie sich bewerben, und was von ihnen erwartet wird. Dies hilft ihnen, relevante und zielgerichtete Auskünfte zu geben.
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2. Relevanz und Aktualität

  • Relevante Referenzen auswählen: Wählen Sie Referenzgeber, die Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen in Bezug auf die angestrebte Position bestätigen können. Frühere Vorgesetzte, Kollegen oder Kunden, die Ihre Stärken in ähnlichen Rollen gesehen haben, sind oft die besten Referenzen.
  • Information über die Position: Informieren Sie Ihre Referenzgeber über die spezifische Stelle, auf die Sie sich bewerben, und was von ihnen erwartet wird. Dies hilft ihnen, relevante und zielgerichtete Auskünfte zu geben.
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3. Vorbereitung der Referenzen

  • Hintergrundinformationen bereitstellen: Geben Sie Ihren Referenzgeber eine Kopie Ihres aktuellen Lebenslaufs und Details zur Stelle, auf die Sie sich bewerben. Dies ermöglicht ihnen, gezielte und relevante Informationen zu liefern.
  • Dankbarkeit zeigen: Zeigen Sie Ihre Wertschätzung für die Unterstützung Ihrer Referenzen. Ein Dankesschreiben oder eine kurze Nachricht nach dem Bewerbungsprozess kann Ihre beruflichen Beziehungen stärken.
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4. Qualität statt Quantität

  • Auswahl der besten Referenzen: Wählen Sie lieber wenige, aber sehr aussagekräftige Referenzen, als eine lange Liste. Drei gut ausgewählte Referenzen sind in der Regel ausreichend und effektiver als eine Vielzahl von weniger relevanten Kontakten.

Fazit

Referenzen spielen zweifellos eine wichtige Rolle im Bewerbungsprozess, indem sie potenziellen Arbeitgebern unabhängige Einblicke in Ihre Qualifikationen und Fähigkeiten bieten. Ob Sie sie bereits im Lebenslauf angeben sollten, hängt von Ihren individuellen Präferenzen, der Branche und der spezifischen Stelle ab, auf die Sie sich bewerben.

Letztendlich geht es darum, Ihre Bewerbung so zu gestalten, dass Sie sich optimal präsentieren und potenzielle Arbeitgeber überzeugen.

Bildquellen

  • Businessman with a phone: rawpixel.com
  • Allgemeines: Elnur
  • HR Manager talks to job applicants for job interviews about careers and Her personal history in the company. Employment and Recruitment concepts: Orathai
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